Und niemand war still
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- Kategorie: Konzertberichte
- Veröffentlicht am Freitag, 13. April 2012 14:42
Damals, als wir sie das erste Mal im Nachtleben in Frankfurt sahen, da dachten alle, die bleiben für immer unsere kleine Band fürs Herz, die nur wir Punk-Rocker so richtig verstehen und gut finden. Wir waren die kleine Gemeinschaft, die jeden der Songs von Jupiter Jones mitsingen konnte, bis uns die Stimmbänder aus dem Rachen flogen.Doch Zeiten ändern sich. Plötzlich sieht man sich in einer Meute Radio-Hörer, die von Coldplay zu Snow Patrol rennen, Lena toll finden und Bruno Mars beim Bügeln hören. So platzte das wunderschöne Capitol in Offenbach fast aus allen Nähten, als am Freitag, 30. März, die vier Punk-Rocker die Bühne betraten. „Sicher sind alle wegen der Single „Still“ hier“, hörte man von vielen umher stehenden Leuten raunen. Doch weit gefehlt. Das Publikum erwies sich textsicher und gut informiert.
Die Setliste war abwechslungsreich bestückt. Mal rau und wild, dann wieder melancholisch und nachdenklich. Die mehr als 1300 Fans klatschten und sangen bei den Hits „Jupp“, „Wir sind ja schließlich nicht Metallica“ oder „Kopf hoch und Arsch in den Sattel“ lautstark mit. Eine tolle Stimmung bereitete sich im Capitol aus. Besonders, als beim grandiosen Up-Tempo-Rocker „Das Jahr in dem ich schlief“ endlich alle Dämme brachen.
Jupiter Jones bleibt die Band fürs Herz. Da rüttelt auch kein Radiohit und Echo-Preis dran. Bei diesen vier grundsympathischen Jungs sitzt jeder Song. Und das ist es, was sie so - verdientermaßen - erfolgreich macht. Ein wunderbares Konzert, das leider viel zu schnell zu Ende ging.Test: Jenny Muhr
Foto: Dimi Conidas
Feist verzaubert
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- Kategorie: Konzertberichte
- Veröffentlicht am Montag, 02. April 2012 16:03
Da sage noch einer, dass Frauenbands hauptsächlich von Männern gehört werden. Das Konzert von Feist, dem unnachahmlichen kanadischen Musikstar, wurde hauptsächlich von Frauen goutiert, die mitunter jede Zeile der Sängerin mitsangen.Ob Indie-Fan oder Grunge-Liebhaber, Radio-Hörer oder Alternative-Anhänger: Feist vereint sie alle, die Musik lieben und mögen. Es liegt wohl an ihrer verführerischen, unwiderstehlichen Stimme und den einnehmenden Songs, die Feist seit etlichen Jahren ihrer Anhängerschaft präsentiert.
Unterstützt wurde Feist während des Konzerts am 15.03.2012 in der Jahrhunderthalle Frankfurt von drei stimmstarken Frauen, die Leslie Feist ein breites und druckvolles Fundament für ihre eigene Stimme boten.
Feist leuchtete bunt, wie auch die Bühne. Der ein oder andere Konzertbesucher fühlte sich an die seligen Woodstock-Zeiten erinnert. Doch statt nebelverhangener Esoterik spielte Feist ein zurückhaltendes, eher nachdenkliches Set. Den Fans gefiel das und forderten lange Zugabe, was ihnen auch gewährt wurde.

Test: Manuel Liebherr
Foto: Dimi Conidas
Kay Ray: Allroundtalent mit spitzer Zunge
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- Kategorie: Konzertberichte
- Veröffentlicht am Donnerstag, 22. März 2012 14:53
Der Kabarettist Kay Ray brachte am 09. März die Stadthalle in Gelnhausen zum Toben.Mit strubbeliger Löwenmähne, schrillem Make-up und fetzig-bunten Klamotten betritt er die Bühne - Kay Ray. Bereits nach wenigen Minuten hält sich das Publikum vor Lachen den Bauch. Ohne Plan, jedoch nicht planlos führt der charmante Paradiesvogel seine Gäste durch den Abend. Geredet und gelacht wird dabei über alles, was nicht Niet- und Nagelfest ist, seien es Politiker, Prominente, die Zuschauer oder über ihn selbst.
Mit Humor, der mindestens so schwarz ist wie die Nacht, begeistert der 47 Jährige Entertainer und Musiker Jung und Alt gleichermaßen. "Ich will nicht provozieren, ich mache das, weil es mir Spaß macht!" sagt er und hüpft halb nackt wie ein Flummi über die Bühne. Frei nach dem Motto "Lass die Hose runter, dann ist die Gürtellinie tiefer!" sprudelt eine pikante Anekdote nach der anderen aus dem ausgeflippten Hamburger heraus.
Scheinbar mühelos bezieht der farbenfrohe Wirbelwind sein Publikum ins Geschehen mit ein. Bereitwillig teilt er etwa seine Hopfenkaltschale mit den Herren aus der ersten Reihe und wenn Helga meint, sie könne während seiner musikalischen Performance von Coldplay zur Toilette gehen, dann wird sie eben eines Besseren belehrt.
Nicht zu unterschätzen ist übrigens die grandiose Stimme Kay Ray's, mit der er beispielsweise Songs von Adele, Billy Joel, Cindy Lauper oder Milva vorträgt. Mit viel Gefühl verpasst er den meist bekannten Liedern seine persönliche Note und löst damit regelrechte Begeisterungsstürme bei seinen Zuschauern aus. Dieser Mann passt definitiv in keine Schublade - und das ist auch gut so!
Text + Foto: Stefanie Bildt
Milde Herzen
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- Kategorie: Tour der Woche
- Veröffentlicht am Freitag, 16. März 2012 14:38
„Deiche brechen richtig – oder eben nicht!“ Konzerte der Gitarren-Band Kettcar gleichen einem Sturmlauf. So auch am 25.02.2012 der Hugenottenhalle in Neu-Isenburg. Die Band, die seit jeher als politische Band missverstanden wird, kommt mit ihrem neuen Album „Zwischen den Runden“ eher nachdenklicher daher. Die Texte drehen sich mehr denn je ums Persönliche, selbst ein Song wie „Schrilles buntes Hamburg“, dass die wild um sich greifende Gentrifizierung thematisiert, kehrt ein wenig sprachlos vor der eigenen Haustüre.
Den Live-Qualitäten der Band kann diese Nachdenklichkeit und Selbstbezogenheit jedoch an diesem Abend nichts anhaben. Die eher einfallslose Vorgruppe Patrick Richardt und Band erinnerte mit melancholischem Deutsch-Pop an die zu vernachlässigenden Songs von Clueso. So war es nicht verwunderlich, dass der Applaus nach dem 35minütigen Set eher ein verhaltener war. Den Namen diese Band, das wurde schnell klar, muss man sich wohl nicht merken.
Kettcar eröffneten ihr kurzweiliges Set mit dem Song „Rettung“, der auch gleichermaßen die Eröffnung des aktuellen Albums ist. Mir Akustikgitarre und melancholischen Grundzügen spielte der Fünfer ein routiniertes Set herunter, das vom Publikum mit lautstarkem Applaus belohnt wurde.
Später, als die E-Gitarren umgeschnallt wurden, brachen nun besagte Deiche. Alte Hits und neue Songs gaben sich die Klinke in die Hand. Das Publikum bewies Textsicherheit. Auch die Lockerheit und die vielen sympathischen Ansagen von Marcus Wiebusch erreichten das Publikum. Hier wurde gesungen und gelacht, getanzt und geträumt.Die neue Milde dieser Band steht ihr gut. Und auch live ist das weiterhin eine Bank. Die Nähe zum Publikum ist es, was diese Band augenscheinlich antreibt.
Text: Moritz Landau
Fotos: Dimi Conidas
Nada Surf rocken die Live Music Hall
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- Kategorie: Konzertberichte
- Veröffentlicht am Dienstag, 06. März 2012 15:37
Plattentests.de schreibt: „Bei jedem Hören ist diese Platte eine andere. Der kleine Loop im Hintergrund von "The moon is calling", zunächst ganz unscheinbar, erweist sich schon bald als unverzichtbar. Und auch das Stottern bei Sekunde vierzig im gleichen Song muss man immer wieder hören, weil es so ein kleiner, hübscher Bruch ist. Oder "Let the fight do the fighting" - dieser Refrain, diese zweite Strophe, diese Trompete, dieser Song! "The stars are indifferent to astronomy" verzichtet auf die klaren Hits, wie etwa "Always love" oder "See these bones", ist dafür aber so kompakt, so kraftvoll, so verschmitzt, dass man vor Freude laut aufschreit. Diese Platte ist fürs Herz gemacht. Und wenn man sie dort erst rein gelassen hat, geht sie auch nicht mehr fort.“
Groß war daher die Vorfreude auf das Tour-Konzert der Band in der Live-Music-Hall am 28.02.2012 in Köln. Die ausverkaufte Halle wartete gespannt auf die Darbietung der neuen Songs. Im Vorprogramm spielte die Band Waters. Das neue Projekt von Port-O’Brian-Kopf Van Pierszalowski entlockte dem Publikum mit einer Mischung aus verwaschenem Folk-Rock und melodiösem Gitarren-Pop wohlwollenden Applaus. Nach dem 30minütigen Set wurden sogar Zugaben gefordert. Diese Band sollte man auf dem Zettel haben. Das Album natürlich auch (VÖ 09.09.2011, City Slang).
Sichtlich gutgelaunt traten Nada Surf auf die Bühne. Das Trio wollte einen grandiosen Tour-Abschluss zelebrieren. Es war der letzte Termin der Europa-Tour, entsprechend losgelöst die Stimmung der Bandmitglieder. Unterstützt von Calexico-Trompeter Martin Wenk und Guidey-By-Voices-Gitarrist Doug Gillard triumphierte die Band vom ersten bis zum letzten Ton. Sieben Songs des neuen Albums wurden in der Setlist eingestreut. Vom umjubelten Opener „Clear Eye Clouded Mind“ bis hin zum ausufernden „When I Was Young“ blieben keine Wünsche offen. Mit großem Applaus goutierten die Fans die Band-Klassiker wie etwa „80 Windows“ oder „The Way You Wear Your Head“, zu denen die Fäuste in die Luft gerissen wurden.
„Popular“ der große Hit des Trios, der nicht wegen seiner Qualität, sondern seines nostalgischen Schimmers seine Berücksichtigung im Live-Set der Band verdiente, war ein kleiner Höhepunkt des Zugabenblocks. Erinnerungen wurden wach, melancholische Seufzer waren auszumachen.
Zum grandiosen Abschied „Blankest Year“ luden Nada Surf die Vorband Waters auf die Bühne zum Mitsingen. Herzlich wurde der ganzen Tour-Crew gedankt. Nach einem kollektiven „Fuck it – I’m gonna have a party“-Gesang war Schluss. Ein Fest.
Kristofer Åström & Band
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- Kategorie: Tour der Woche
- Veröffentlicht am Freitag, 02. März 2012 11:20
Schwede, 38 Jahre alt, menschenscheu. Das ist Kristofer Aström. Oft wird er auch als sympathischer Einzelgänger beschrieben. Dabei sind es genau diese Eigenschaften, die den einzigartigen Klang seiner Songs ausmachen. Der ehemalige Fireside-Frontsänger kommt mit melancholischen Liedern über unerwiderte Liebe und Isolation daher und singt sie so gefühlvoll, dass man Gänsehaut bekommt. Er berührt mit seinen introvertierten Songs, bei denen die Lyrics stets im Mittelpunkt stehen, das Herz eines jeden Einzelnen. Mit seiner 1992 gegründeten Band Fireside brachte er bebenden Hardrock auf die Bühne.
Irgendwann war ihm das nicht mehr genug. Er wollte seine Persönlichkeit musikalisch zum Ausdruck bringen und ging fortan seinen eigenen Weg. Unterwegs zur Selbstfindung lernte er die Musiker Per Nordmark, Peter Hermansson und John Jern von der Band The Hidden Truck kennen. Seither begleiten und unterstützen die drei Jungs Äström auf seiner musikalischen Reise zu sich selbst.
Äström ist ein genialer Singer und Songwriter. Mit nichts als seiner Gitarre und den Ideen, die er im Kopf hat, schreibt er seine zumeist schwermütigen Songs. Was dabei herauskommt? Wunderbare Einzelstücke, die Aström mit seinem Charme gekonnt in Szene zu setzen vermag. Mit einer Leichtigkeit, die erstaunt, schafft er es, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. County'n'Folk, der berührt und zum nachdenken anregt. Nicht nur Fans werden bei seiner Tour auf Ihre Kosten kommen. Überzeugen Sie sich selbst!
Tourdaten:
11.03. Hamburg, Knust
12.03. Hannover, Kulturzentrum FAUST (Mephisto)
13.03. Göttingen, Apex
14.03. Bielefeld, Falkendom
15.03. Bremen, Tower Musikclub
16.03. Lingen, Alter Schlachthof Lingen
17.03. Köln, Gebäude 9
18.03. Dortmund, FZW
19.03. Saarbrücken, Kleiner Klub Garage
20.03. Wiesbaden, Schlachthof Wiesbaden
21.03. Karlsruhe, Jubez
23.03. Freiburg im Breisgau, White Rabbit
24.03. Konstanz, Kulturladen Konstanz
25.03. München, Ampere / Muffatwerk
26.03. Nürnberg, Hirsch
27.03. Halle (Saale), Objekt 5
28.03. Dresden, Beatpol
29.03. Berlin, Comet Club
30.03. Greifswald, Café Koeppen
31.03. Flensburg, KUK Volksbad
Pumpwerk
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- Kategorie: Club des Monats
- Veröffentlicht am Donnerstag, 16. Februar 2012 08:54
Wilhelmshaven, die Stadt am Meer, bietet Musik- und Kulturfans eine Menge Abwechslung in Niedersachsens ältestem Kulturzentrum. Eine ganz besondere Adresse ist Das Pumpwerk. Dem missverständlichen Namen zum Trotz: In dieser Location wird seit über 30 Jahren die Musik- und Kleinkunstszene der nordfriesischen Stadt geprägt. Musikliebhaber aller Couleur kommen hier auf ihre Kosten, denn das Angebot an Künstlern könnte abwechslungsreicher nicht sein. So spielten hier beispielsweise Fury in the Slaughterhouse, New Model Army und BAP zu Beginn ihrer steilen Karrieren. Bis heute besticht Das Pumpwerk durch Bühnenauftritte von Musikern aus unterschiedlichen Genres. Demnächst werden unter anderem Flo Mega & The Ruffcats, Phillip Boa and the Voodooclub und Johannes Strate von Revolverheld auf der Bühne stehen.
Auch im Comedy- und Kabarettbereich bietet Das Pumpwerk ein bestechendes Programm. Neben regionalen Newcomern treten hier national bekannte Künstler auf. Hennes Bender, Pigeon Drops, Tim Fischer sind nur einige der wenigen, die die Zuschauer zum Lachen brachten. Sowohl das Publikum, als auch die Künstler schätzen die ausgefallene Atmosphäre, die das ehemalige Industriehaus zu bieten hat. Man kann sich sicher sein, dass jeder Besuch im Pumpwerk zu einem einzigartigen Erlebnis wird. Schauen Sie doch mal vorbei!
Vierkanttretlager
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- Kategorie: Tour der Woche
- Veröffentlicht am Dienstag, 31. Januar 2012 12:11
Deutschsprachiger Indie-Pop erlebt dieser Tage eine Frischzellenkur. Neben erklärten Prollrockern wie Kraftklub und intellektuellen Dekonstrukteuren wie Ja, Panik mausern sich die Husumer Vierkanttretlager zur nächsten subversiven Alternative wütender Befindlichkeitspopper. Rebellierende Gitarren, überschlagendes Schlagzeug und abgeklärte Texte - fast zu abgeklärt für diese vier Jungs im Abiturientenalter. Vergessen sind die harmlosen Wohlfühlsongs von Kettcar und die aufgesetzte Intellektualität von Tomte. Hier will eine Band die Welt aus den Angeln heben. Beheimatet zwischen Meer und Deich, strahlen die Songs von Vierkanttretlager eine schroffe Seemannsromantik, mit altem Schifferklavier und Shanty-Chor aus.
So schreit es derzeit durch den Blätterwald: "Irgendwo zwischen Element of Crime und Turbostaat trifft reifes Textwerk auf nordisch-ungestüme Gitarren, der abgeklärte Greis auf den jungen Wilden. ´Dort wo die Einsamkeit die schönsten Farben trägt´singt Casper auf dem gemeinsamen Song "Hooligans" und meint damit die absurde Romantik kleinbürgerlicher Tristesse. In Husum wächst eine Alternative heran." Auf der Bühne klingen die Lieder, die „Hooligans“, „Gib Deinem Leben keinen Sinn“ oder „Um Schönheit zu sehen“ heißen, rauer, wilder, ungestümer. Max Leßmann singt um sein Leben, der Rhythmus pfeift durchs Haar. Vergisst man so schnell nicht.
Tourdaten:
28.03. Dortmund, FZW
14.04. Stuttgart, Kellerklub
16.04. Frankfurt, Ponyhof
Die echten Namen der Stars
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- Kategorie: Gossip
- Veröffentlicht am Sonntag, 11. Dezember 2011 11:06
Ob Max Mustermann oder Lieschen Müller: Wer einen richtig ausgefallenen und gut klingenden Namen hat, der kann sich freuen. Allen anderen bleibt wohl einfach nichts anderes übrig, als sich mit seinem schnöden Langeweile-Namen abzufinden - oder etwa doch? Wie ist das eigentlich bei den Stars, den wirklich großen und erfolgreichen Mitbürgern? Haben deren Eltern etwa schon am Taufbecken ihren Erfolg voraussagen können? Unwahrscheinlich. Es wird tatsächlich häufig nachgeholfen. So wurde das kleine Mädchen aus Hagen erst einmal auf den bürgerlichen Namen "Gabriele Susanne Kerner" getauft, bevor der Rest der Welt sie als "Nena" kennenlernen durfte. Ebenso wenig haben auch Herr und Frau Zimmermann nicht ahnen können, dass ihr kleiner 'Robert Allen' später als 'Bob Dylan' die Musikwelt auf den Kopf stellen würde.
Vielen anderen wäre ihr Name womöglich auch ein Hindernis auf ihrem Weg zum Ruhm geworden. Zum Beispiel hätte ein so langer Name wie 'Georgios Kyriakos Panagiotou' wohl kaum auf den Transparenten Platz gefunden, die bei den Konzerten von unzähligen jungen Frauen (später auch Männern) hoch in die Luft gehalten wurden, und dabei doch keinem geringeren als George Michael galten. Auch bei der Aussprache von 'Reginald Kenneth Dwight' hätte so mancher seine Probleme. Zum Glück hat Reginald seinen Künstlernamen später offiziell eintragen lassen, denn Sir 'Elton John' geht doch sehr viel schöner über die Zunge. Der Elton aus dem deutschen Fernsehen heißt übrigens auch nicht Elton, sondern Alexander Duszat.Während die einen aus Bescheidenheit kürzen, wie Gisbert Wilhelm Enno Freiherr zu Innhausen und Knyphausen - kurz 'Gisbert zu Knyphausen' - darf es bei anderen auch gern ein bisschen mehr sein, wie etwa bei Hans-Jürgen Dohrenkamp, der aus Hans und Dohrenkamp den 'Jürgen von der Lippe' machte. Wo wir gerade bei Titeln sind: Wenn die Ärzte ihre Doktortitel weglassen, werden aus Farin Urlaub und Bela B. die bürgerlichen Jan Ulrich Max Vetter und Dirk Felsenheimer.
So richtig brisant wird es jedoch in Hollywood. Dort hat ein gewisser Michael John Douglas seinen Namen zu 'Michael Keaton' (ja, er war mal Batman) ändern lassen, um nicht mit dem anderen Michael Douglas verwechselt zu werden, dem Sohnemann von Kirk Douglas, welcher aber gar nicht Douglas heißt, sondern ursprünglich Russe ist und eigentlich 'Issur Danielovitch Demsky' heißt. Alles klar?
Vintage Trouble
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- Kategorie: Konzertberichte
- Veröffentlicht am Dienstag, 06. Dezember 2011 16:02

Vintage Trouble
02.12.2011
Orange Peel, Frankfurt
Hand me down blues!!! Eine Hitzewelle ging durch die sonst kalte Dezembernacht im Herzen Frankfurts. Pünktlich um 23:00 Uhr betraten die vier Mitglieder der Band, stylsicher in der Mode der 50er, die überschaubare Bühne in dem nahezu ausverkauften Club. Das Eis war binnen weniger Sekunden gebrochen. Mit dem Hit "Blues Hand Me Down", der auch mich via Youtube für den Konzertbesuch begeistern konnte, legten die Männer rund um Sänger Ty Tyler einen überaus fetzigen Senkrechtstart hin.
Schon beim zweiten Song lag meine Jacke in der Ecke und das zweite Bier war bestellt. Die Band wusste alle Anwesenden mitzureißen und scheute keinerlei Kontakt mit dem Publikum. Man fühlte sich mitten in die 50er Jahre zurückversetzt. Die gigantische Soul-Stimme des Sängers und die astreine Bühnenperformance der restlichen Band hob sogar die Muffel in der letzten Reihe aus der Versenkung.
Alle Songs des Debut-Albums fanden sich auf der Setlist wieder. Egal ob die schillernsten Blues Balladen wie "Not Alright By Me" oder die fetzigsten Reisser wie "You Better Believe It"- das Konzert von Vintage Trouble war von der ersten bis zur letzten Sekunde ein perfekte Kombination von herzzereißendem Soul und rockigem R'n'B. Hat mega Spaß gemacht, ich bin beim nächsten Mal definitiv gerne wieder dabei.
von Stefan Zülpich


